Can Prunera

1909-1911
Bezeichnung
Can Prunera
Andere Bezeichnungen
Can Magraner
Adresse
c/ de Sa Lluna, 90
Standort
Sóller
Klassifizierung
Profanarchitektur
Baustil
Jugendstil
Bauzeit
1909-1911
Autorschaft
Unbekannt
Auftraggeber
Joan Magraner Oliver
Innenräume geöffnet
Si

Can Prunera ist ein Paradebeispiel für ein Anwesen im Stil des Modernisme, da es praktisch alle kennzeichnenden Elemente aufweist, von der reich verzierten Fassade bis hin zu den Innenräumen mit unzähligen Details und exquisiten, in den Haupträumen oft maßgefertigten Möbeln.
Um die Beschreibung der Reihe nach zu beginnen, sei vermerkt, dass das Haus über ein Erdgeschoss, zwei obere Stockwerke und einen Keller verfügt. Die Fassade, die mit grauem Bossenmauerwerk verkleidet ist, vermittelt einen Eindruck von großer Robustheit. An ihr fallen die Öffnungen ins Auge, vor allem im ersten und zweiten Stock, da die geschwungenen Linien sich sogar in der Struktur der Fensterläden wiederfinden, während die steinernen Umrandungen der Fenster mit für den Modernisme typischen Blumenmotiven und gedrehten Linien verziert sind.
Auf derselben Etage muss der Balkon erwähnt werden, vollkommen wellenförmig und mit reich verzierten Schmiedearbeiten versehen, nicht nur am Geländer, sondern auch an den Rosetten, die zur Verankerung in der Wand dienen. Dieses Gebäude verkörpert wie kein anderes das Bestreben, den erworbenen Reichtum zur Schau zu stellen, und tritt selbstbewusst als bürgerliches Anwesen auf, da sein Bauherr Gründer der Eisenbahngesellschaft von Sóller, Mitglied des Vorstands der Banco de Sóller und zwischen 1918 und 1920 sogar Bürgermeister der Gemeinde für die Mauristenpartei (benannt nach dem spanischen Politiker Antonio Maura) war.
Bemerkenswert ist, dass all diese Pracht an der Rückfassade, die zum Garten hin zeigt, verblasst. Hier finden wir eine überaus schlichte und symmetrische Fassadenfront in einem vollkommen traditionellen Stil. Nur die Fensterrahmen deuten darauf hin, dass diese Wahl eines eher traditionell mallorquinischen Stils ganz bewusst getroffen wurde und nicht auf Geldmangel zurückzuführen ist, da auch sie aus grauem Stein gefertigt und nicht mit Zement verkleidet sind. Es war einfach nicht mehr nötig, im Garten irgendetwas zu beweisen, vor allem, wenn der Besucher bereits das ganze Haus besichtigt hatte.

Interessant zu wissen:

Wie bereits erwähnt, finden wir an verschiedenen Stellen von Can Prunera die typische gedrehte Linie des Modernisme. Diese wird im französischen Art Nouveau als coup de fouet („Peitschenhieb“) bezeichnet, da das Motiv an die Zickzackbewegung der Spitze einer Peitsche erinnert, wenn diese durch die Luft schnalzt.

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Can Prunera

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