Cementeri Municipal de Son Sang
Der Gemeindefriedhof von Son Sang beherbergt eine der interessantesten Sammlungen von Sepulkralkunst auf Mallorca. Er erstreckt sich über mehrere Ebenen, die den verschiedenen Bauphasen entsprechen, und die vom Camí de sa Coma aus durch drei prächtige Eingangstore zugänglich sind. Der Friedhof von Sóller zeichnet sich aber vor allem durch sein überaus interessantes Ensemble an Sepulkralkunstwerken mit einer vielfältigen Symbolik aus, die die Grabstätten, Grabmäler und Mausoleen ziert und den Stilrichtlinien des Modernisme zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgt. Bildhauer wie der Katalane Josep Llimona wirkten an diesem Friedhof mit. So schuf Llimona das Grabdenkmal der Familie Morell, das die Jungfrau Maria, den Heiligen Johannes und die Heilige Maria Magdalena darstellt, die den Leichnam Christi beweinen. Aufgrund ihrer großen Schönheit muss ebenfalls die Statuengruppe des Mausoleums der Familie Darder Ferrer hervorgehoben werden. Von unbekannter Autorschaft, stellt sie eine charakteristische Figur der Sepulkralkunst der damaligen Zeit dar: das Klageweib. Es handelt sich um eine weibliche Figur, die auf einem großen Monolithen kniet, der mit blumenförmigen Reliefs verziert ist. Der Monolith wird von einem majestätischen, sitzenden Engel gekrönt. Andere Skulpturen des Friedhofs stammen von mallorquinischen Bildhauern wie Tomàs Vila, Miquel Arcas oder dem in Sóller geborenen Cristòfol Quintana. In den Hypogäen treffen wir auffallend häufig auf die Darstellung eines weiblichen Engels, der ein mit Blumen verziertes Medaillon in den Händen hält. Das symbolische Repertoire des Modernisme bediente sich häufig floraler Motive. In der Funeralkunst tauchen vor allem Rosen auf, die mit ihrer Kreisform die Phasen des Lebenszyklus symbolisieren: von der Schönheit der Jugend bis zum Verfall des Todes.
Auf dem Friedhof von Sóller sind neben vielen bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt (Maler, Schriftsteller, Wissenschaftler, Unternehmer, usw.) auch der katalanische Astronom Lluís Rodés i Campderà (Direktor des Ebro-Observatoriums, einer Pioniereinrichtung der spanischen Astronomie) begraben, sowie der Nobelpreisträger für Medizin von 1980, Jean Dausset.





