Can Querol
Mit dem Bau dieser freistehenden Villa wurde Francesc Bujosa Serra von seinen Brüdern Miquel und Vicenç beauftragt, wobei Francesc als Bauleiter fungierte. Das Gebäude wurde auf einem Grundstück errichtet, das vom Anwesen seines Schwiegervaters Bartomeu Rotger de Can Querol abgetrennt war, da in diesem Fall, wie man sehen kann, zwei Brüder zwei Schwestern geheiratet hatten.
So stehen wir vor einem freistehenden, zweistöckigen Gebäude im Stil des Modernisme, das von einer Balustrade gekrönt wird, von der sich ein reich verziertes Scheinfenster mit seitlichen Estípites (nach unten verjüngten Pilastern) und einem geteilten Giebel abhebt, hinter dem sich ein Satteldach verbirgt. Die Wände sind glatt, mit Zement verputzt und gestrichen. Die zentrale Öffnung, ein elliptischer Bogen mit Fensterläden aus Holz, wird von vier Kompositsäulen aus Marès-Gestein gekrönt, die eine Triade bilden. Alle Öffnungen des Hauses weisen dieselbe elliptische Bogenform auf und werden von Zierleisten und Stäben aus Marès-Gestein mit Blattwerkmotiven und geometrischen Reliefs umrahmt. Das gesamte Bauwerk zeichnet sich durch eine reichhaltige Verzierung mit Festons und Voluten aus. Erwähnenswert ist auch das Eisengitter, das vermutlich ebenfalls von Manuel Carrascosa gefertigt wurde.
Eine Besonderheit dieses Gebäudes ist, dass der Baumeister es ohne jeglichen architektonischen Entwurf errichtete, sondern sich lediglich an Beispielen aus illustrierten Zeitschriften orientierte, die aus Frankreich importiert wurden. Das war damals durchaus üblich; es gab sogar Kataloge mit Zierleisten und Oberflächen für die Fassade, aus denen die Kunden die Kombination auswählen konnten, die ihnen am besten gefiel. Dies führte jedoch andererseits dazu, dass sich die Gestaltungen der Fassade an verschiedenen Gebäuden von Sóller wiederholten.




